Günthner, Susanne (2003): Zum kausalen und konzessiven Gebrauch des Konnektors wo im gegenwärtigen Deutsch. Erscheint in: ZGL.
Günthner, Susanne & Wolfgang Imo (im Druck): Die Reanalyse von Matrixsätzen als Diskursmarker: ich mein-Konstruktionen im gesprochenen Deutsch. Erscheint in INLIST (Interaction and Linguistic Structures)"
Research Projects: *Grammatik und Interaktion* Ziel dieses Forschungsvorhabens ist die Erfassung grammatischer (insbesondere syntaktischer) Strukturen im gesprochenen Deutsch. Mit Hilfe der Audiodatenbank im Forschungslabor (Gesprochene Sprache; Univ. Münster; Lehrstuhl Günthner) werden grammatische Verfahren im gesprochenen Deutsch erforscht. In der sich im Aufbau begriffenen Audiodatenbank werden Daten gesprochener Sprache erhoben, archiviert und unter prosodischen, grammatischen, lexiko-semantischen, stilistischen und aktivitätsspezifischen Gesichtspunkten ausgewertet. Zentrale Aspekte dieses Forschungsvorhabens:
Erforschung des Einflusses dialogischer, kognitiver und interaktionaler Faktoren auf grammatische Strukturen;
Interaktion zwischen Syntax und Prosodie;
syntaktische Konstruktionen im Gespräch.
Unterprojekte:
"Parenthesen im gesprochenen Deutsch" (bearbeitet von Benjamin Stoltenburg) Anhand eines Datenkorpus konversationeller face-to-face Interaktionen (primär aus der Fernsehsendung "BigBrother") wird das Phänomen der Parenthese untersucht. Das Forschungsinteresse gilt in erster Linie dem Zusammenspiel von Syntax, Prosodie und Pragmatik wie es sich am Phänomen der Parenthese beobachten lässt. Dabei hat sich herausgestellt, dass sich sowohl die vorwissenschaftlich-alltagssprachliche Vorstellung von Parenthesen als auch die aus der Rhetorik und der überwiegend schriftsprachlich basierten Linguistik stammende Vorstellung nicht ohne weiteres auf die gesprochene Sprache übertragen lassen. Das gilt einerseits für die Gebrauchsbedingungen und die kommunikative Funktion andererseits für die noch zu klärende Rolle der Prosodie.
"Phrasale Konstruktionen" (bearbeitet von Wolfgang Imo und Susanne Günthner). Das Forschungsziel dieses Unterprojektes besteht darin, phrasale Konstruktionen wie "ich mein(e)", "ich sag(e)", "ich denk(e)" sowie deren Inversionen formal und funktional zu beschreiben und im Rahmen eines Konstruktionen-basierten Grammatikansatzes (Fillmore 1995, Croft 2002, Thompson 2002 u.a.) sowie in Bezugnahme auf Grammatikalisierungs- und Diskursmarkeransätze zu analysieren. Die bisherige Untersuchung konzentriert sich auf die Konstruktionstypen mit "ich mein(e)". Anhand der in der Audiodatenbank (Lehrstuhl Günthner) archivierten gesprochensprachlichen Daten wurden Formen und Funktionen von "ich mein(e)"-Konstruktionen interaktional analysiert sowie Hypothesen bezüglich eines Grammatikalisierungsprozesses aufgestellt. Das Ziel der Einzeluntersuchungen, die mit den oben genannten Phrasen fortgeführt werden sollen, besteht darin, nachzuprüfen, inwieweit es möglich ist, Phänomene gesprochener Sprache in eine umfassende Grammatiktheorie zu integrieren.
N_be_that.doc: "Das Ding ist/die Sache ist..." - N be that - Konstruktionen im gespr. Detusch